Kollateralschaden

im Balken

mit Arbeiten von

Nils-Daniel Ebert, Sven Gossel, Wolfgang Neumann und Hayko Spittel

Nachdem sich die Frankfurter Kunstenthusiasten im Juni über die Eröffnung eines neues Offspaces (helberger 23 ausstellungsraum) freuen konnten, haben die Kuratoren (COMA) nicht geruht und präsentieren nun auf dem noch relativ verwaisten Gelände der ehemaligen Teves Fabrik eine weitere Ausstellungsreihe.

Sie beginnt mit einem ‚Kollateralschaden’ bei dem Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von zwei Frankfurter und zwei Stuttgarter Künstlern aufeinander knallen.

In den Arbeiten des Städelschülers Nils-Daniel Ebert geht es um "Pose" unter zu Hilfenahme gängiger Machtsymbole und Protzklischees, deren Demontage das eigentliche Thema bildet. Die installativen Zusammenhänge - Kombinationen aus Skulptur, Fotografie, Gemälde und Zeichnungen - in die Ebert seine Arbeiten bringt, entspringen häufig nicht  rationalen Überlegungen, sondern dem Bedürfnis, eigene kleine Kosmen zu  basteln. Poppig klangvolle Farbdissonanzen, die mit wenigen Pinselstrichen aufgetragen werden, erzeugen eine ironische Distanz zu den dargestellten Sujets.

Die beiden Schwabenmaler Sven Gossel und Wolfgang Neumann erweisen mit ausschließlich gemeinsam gefertigten Arbeiten sich selbst und auch den Besuchern einen ‚Bärendienst’. Denn weder Format, Thema noch Bildtitel waren planbar. Der Bärendienst entspringt der direkten Assoziationslinie zweier Maler, die angstfrei, aktionistisch, spontan und gnadenlos den Bildhunger der Welt zu befriedigen suchen. Nach einem Autounfall des Neu-Parts wurden viele der Arbeiten im Krankenbett gefertigt. Mit unterschiedlichsten Formaten und differenten Sujets lockten sich die kongenialen Kontrahenten immer wieder aufs Glatteis der brutalstmöglichen Pigmentverstauung. Die liebevoll vorbereitete Leinwand des jeweils anderen durfte nach Herzenslust verändert und bearbeitet werden. Was beibehalten, was getilgt wurde, ward teils besprochen, teils direkt vollzogen. Volles Risiko zu jeder Zeit, kindliche Freude am Tun, Disziplin bei der Aktion, Trauer beim Scheitern.

Die Waldbilder von Hayko Spittel unternehmen den Versuch, den Betrachter im Angesicht des Waldes, seiner Größe und Tiefe in die Perspektive des Gefühls zu transzendieren. Der Wald ist gleichermaßen Zufluchtsort der Kontemplation und Ursprung des Schauderns. Steckt der Wald voller Geister oder sind wir selbst die Waldgeister?

Ausstellungsdauer: 07.07. – 09.08.2007

Öffnungszeiten: Di 18 – 21 Uhr, So 15 – 18 Uhr u.n.V.

Balken

Rebstöckerstr. 41 – 53

60326 Frankfurt/Main (Gallus)