WAS BLEIBT

Einladung zur Vernissage am 17.11.2011 von 19 bis 21.30 Uhr

was bleibt

 

WAS BLEIBT

Das Fotografieren ist eine seltsame Beschäftigung, eine absurde Rache am Tod mit dem Begehren etwas zu bewahren. (Günter Pfannmüller, Fotograf)

Die vergilbte Spitzengardine. Die abgenutzte Aktentasche. Der staubige Trockenblumenstrauß und das schummrige Licht des alten Nachttischlämpchens. Einfache, altmodische und im Grunde banale Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände werden durch den Tod oder die Trennung von einem geliebten Menschen mit Emotionen aufgeladen. Die Zeit bleibt stehen beim Anblick der Butterdose aus Porzellan, die man früher täglich benutzte: Erst viele Jahre später fällt sie einem bei einer Wohnungsauflösung plötzlich wieder in die Hände.

Die Ausstellung Was bleibt zeigt Spuren jener Vergangenheit auf, die der Frankfurter Fotograf Georg Christian Dörr bei seinen behutsamen Erkundungen in teilweise schon längere Zeit leer stehenden Wohnungen vorfand. Die Inszenierung seiner Stillleben ist ein Spiel mit unserer Imagination: Persönliche Geschichten werden erzählt, ohne diese einer bestimmten Person zuzuordnen. Indem der Fotograf nur Details des jeweils vorgefundenen Interieurs für den Betrachter ins Licht rückt, wird die Erinnerung an die früheren Bewohner auf zarte und gleichzeitig sehr präzise Weise dokumentiert.
Durch das verwendete Trägermaterial Glas erhalten die Fotografien eine Körperlichkeit, wirken fast dreidimensional. Mit ihrer Ästhetik erinnern sie an die Anfangsjahre der Fotografie und die seinerzeit verwendeten Verfahren: Damals beschichtete man unter anderem Glasplatten mit Fotoemulsionen und fertigte davon Abzüge an. Je nach Lichteinfall kann der Betrachter durch die Bilder hindurch sehen oder sich in den Motiven spiegeln: Fast scheint es, als hielte man sich selbst einen Spiegel vor. Andere Teile der Bildmotive lösen sich durch Reflexion fast auf; sie befinden sich bereits im Zustand des Verschwindens, so wie auch viele Gegenstände um uns herum nach und nach verschwinden werden. Was bleibt, sind zarte Erinnerungen an Gefühle und an das Gestern.

 

WAS BLEIBT

Fotografien und Objekte von Georg Christian Dörr

Ausstellungsdauer 17.11.2011 – 17.01.2012

Vernissage am 17.11.2011 von 19 bis 21.30 Uhr
Trois Rois Salon des Arts, Dreikönigsstraße 35, 60594 Frankfurt

Die Ausstellung ist während des Salon de Thé jeweils sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet (geschlossen 25.12.2011 + 01.01.2012). Weitere Öffnungszeiten nach Vereinbarung unter 0151-58590809.

Eine Ausstellung von COMA , kuratiert von Mia Beck.

In Kooperation mit Trois Rois Salon des Arts (www.troisrois.de).

Mit freundlicher Unterstützung von Kulturamt Frankfurt.